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 WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET

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Inge
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BeitragThema: WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET   Sa Jul 16, 2016 5:29 pm

WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET
15. Juli 2016Philosophie, StierkampfMenschenverachtend, Speziesismus, Stierkampf
Vorgesehen ist das offenbar nicht als möglicher Ausgang dieses lächerlich machohaften, tierquälerischen Spektakels, dass der Stier einmal den Torrero tötet, statt umgekehrt. Warum sonst die Aufregung? Rasch wird nicht nur der „Mörder“, wie man den Stier in den spanischen Medien nennt, umgebracht, sondern auch seine Mutter, damit nicht weitere „Mörder“ geboren werden. So hart sind die Herren und Damen Torreros dann offenbar doch nicht.


Aber nicht nur das. Zwar zeigen die StierkampfbefürworterInnen große „Kreativität“, wenn es um das Verhöhnen sensibler Menschen geht, die mit den Stieren mitfühlen, aber wenn einer von ihnen stirbt, dann soll man offenbar trauern. Wer nicht trauert, wer dem Stier seine Solidarität ausdrückt, den will man gerichtlich verfolgen, siehe z.B. https://stierkampffueralle.blogspot.co.at/2016/07/sollen-diejenigen-die-den-tod-des.html.

Eine interessante Frage: Ist es die ethische Pflicht eines jeden Menschen, in Sachen Stierkampf immer auf Seite der Menschen zu sein? Gibt es den speziesistischen Imperativ, im Konfliktfall immer für den Artgenossen einzutreten, auch wenn dieser, wie im Fall des Stierkampfs, eindeutig der Angreifer und der Gewalttäter ist, noch dazu aus völlig perverser Motivation heraus? Ein seltsames Konzept. Ich bin immer für die Schwächeren, für die Angegriffenen, für die Gerechtigkeit, egal um welche Tierarten es geht. Ich habe eindeutig kein Gefühl der Artsolidarität, weder rational noch emotional. Mein Hundefreund z.B. steht mir viel näher, als andere Menschen, und ich würde im Konfliktfall immer auf seiner Seite stehen.

Vor vielen Jahren, in den Nachwehen des Kriegs am Balkan beim Zerfall Jugoslawiens, gerieten 4 österreichische Wildschweinjäger in Kroatien auf eine Tretmine und starben. Stimmt, es waren nicht die angeschossenen Wildschweine, die ihren Tod hervorgerufen hatten, aber nichtsdestotrotz waren sie gerade dabei, Tiere zum Spaß zu töten. Sie waren zahlende Jagdtouristen. Ein Tierschützer schrieb damals eine Presseaussendung mit dem Titel „Waidmanns Heil“ und nannte es ein Glück, dass die 4 gestorben waren, weil so den Wildschweinen ein gewaltsamer Tod erspart worden sei. Diese Aussendung rief eine große Aufregung unter JournalistInnen hervor, heute würde man dazu „Shitstorm“ sagen. Man erklärte öffentlich, in Hinkunft alle Presseaussendungen dieser Person und ihres Vereins zu boykottieren, weil ihre Ansicht zu menschenverachtend wäre.

Zurück zum Stierkampf. Hier haben zahlreiche Menschen diesen Stier namens Lorenzo angegriffen und schwer verletzt. Er versuchte sich zur Wehr zu setzen. Dabei erwischte er das Bein des Torreros, warf ihn zu Boden und stach ihm, ganz offensichtlich absichtlich, sein Horn mehrmals in den Körper. Lorenzo wollte diesen Torrero, den Angreifer, töten. Kann man ihm das vorwerfen? Könnte ernsthaft irgendjemand sagen, ein Stier, als dem Menschen untergeordnetes Wesen, habe sein Schicksal im Stierkampf zu tragen und dürfe sich nicht wehren? Nach Ansicht der StierkampfbefürworterInnen ist das offenbar so, wenn man deren Kommentare liest. Lorenzo tat, was ein Stier in der Arena offenbar auf keinen Fall tun dürfte.

Doch wenn wir den Vorfall neutraler betrachten, kann man da wirklich sagen, der Stier handelte irgendwie schlecht? Wären alle Menschen, die in der Arena anwesend waren, ethisch verpflichtet, den Torrero vom Stier zu retten und diesen zur Not zu töten?

Also die Argumentation für diese Position würde ich gerne hören. Rational kann sie nicht sein. Es muss jedem Wesen zustehen, sich gegen gewalttätige Angriffe zu wehren. Und es kann niemand ethisch verpflichtet werden, ein unschuldiges Wesen, das angegriffen wurde und sich nur verteidigt, dafür zu attackieren. Selbst wenn man sich grundsätzlich nicht freuen mag, wenn irgendjemand durch Gewalt zu Tode kommt, so ist das Selbstverteidigungsrecht unumstößlich. Und etwas anderes kann man Lorenzo nicht vorwerfen. Könnte man diesen Standpunkt ernsthaft als menschenverachtend bezeichnen?
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Inge
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Weiblich Krebs Anzahl der Beiträge : 10052
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BeitragThema: Re: WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET   Sa Jul 16, 2016 10:19 pm

Die Nachricht über den erst 29 Jahre alten Torero, der bei einem Stierkampf so schwer verletzt wurde, dass er starb, macht mich sehr betroffen und ich trauere aufrichtig.

Ich trauere um den Stier Lorenzo. Denn er war von Anfang an der Verlierer bei diesem unfairen "Kampf", der keiner war. Er wurde, wie unzählige Stiere, Opfer brutalster Tierquälerei, deren einziger Zweck darin besteht, die blutrünstigen und verrohten Zuschauer zu unterhalten.

Ich weiß nicht, was man ihm angetan hat, nachdem er sich verzweifelt gegen seine Peiniger und die schrecklichen Schmerzen gewehrt hat, die man ihm während des Kampfes zufügte, aber ich weiß, was ihm vor dem Kampf widerfahren ist. Gemessen an dem, was ihm Menschen an Qualen zufügten, ist jeder Tod eine Gnade.

Stiere werden bereits vor dem Kampf gefoltert, um sie für das Spektakel vorzubereiten.
Zwei oder drei Tage vor dem Kampf sperrt man den Stier in einen abgedunkelten Raum, damit er die räumliche und zeitliche Orientierung verliert. Man gibt ihm starke Abführmittel um seinen Körper zu dehydrieren und ihm Kraft und Ausdauer zu nehmen.

Bis zu ihrem "Auftritt" in der Arena werden die Tiere systematisch „demontiert".

Oft bringt man am Bauch und an der Innenseite der Oberschenkel stark ätzende Substanzen an, damit sich die Tiere nicht mehr hinlegen und ruhen können.
Dem an einem Gestell fixierten Stier wird Zeitungspapier, das mit einer Flüssigkeit getränkt ist, tief in die Ohrmuscheln geschoben. Das hat höllische Schmerzen zur Folge und bewirkt, dass er später in der Arena annähernd taub ist. Zusätzlich reibt man ihm Vaseline oder Pfefferspray in die Augen, so dass er fast blind ist und nicht reagieren kann, wenn ein Picador von hinten an ihn heranreitet.

Um die Atmung zu erschweren verstopft man ihm die Nüstern mit Baumwollfetzen. Zum Abschluss der "Vorbereitung" auf den Kampf, treibt man noch Nadeln in die Genitalien, um das von Natur aus viel zu friedliche Tier komplett in die Raserei zu treiben.

Erst jetzt ist der Stier bereit, geschwächt und aggressiv genug für das beliebte Spektakel, das von der jubelnden Menge begleitet wird.

Daher sind meine Gedanken und Segenswünsche bei Lorenzo, dem Stier. Er war das einzige Opfer bei diesem Zwischenfall.

Ruhe in Frieden, Lorenzo...ein Frieden, den Dir die Menschen nicht gewährt haben.
Meine Kerze brennt für Dich!
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BeitragThema: Re: WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET   So Jul 17, 2016 6:32 pm

Wenn ein Tierquäller ins Herz von einem Tier getroffen wird, kann nicht viel passieren - der hat nämlich keins ...

-----------------

RIP Lorenzo weinen


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BeitragThema: Re: WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET   Di Jul 19, 2016 5:46 pm

Auch ich trauere nur um den Stier und seine Mutter, die ja auch getötet wird. Für Stierkämpfer, ihre Helfershelfer und Fans hege ich keine Sympathien.

Die Sängerin Elina Garanca liebt übrigens laut eigener Aussage den Stierkampf (schon etwas länger zurückliegender Bericht in der KURIER Freizeit, Datum weiß ich leider nicht mehr). Die Darbietungen dieser Dame sollten von Tierfreunden boykottiert werden.
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Noah
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BeitragThema: Re: WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET   Di Jul 19, 2016 8:21 pm

in mir regt sich auch kein Mitgefühl für Menschen die Tiere quälen und sich auch noch ausreden das es ja Tradition ist


Liebe Grüsse Andrea
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BeitragThema: Re: WENN EIN STIER EINEN TORRERO TÖTET   

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